Kötztinger Zeitung
Michael Adam wird neuer Landrat
27. November 2011, 19:38 Uhr aktualisiert am 27. November 2011, 19:38 Uhr
Regen. (hel) "So sehen Sieger aus", sangen die Anhänger von Michael Adam schon bevor das endgültige Ergebnis feststand. Denn schon früh war ein Trend zu erkennen, der sich durch den Abend zog. Adam gewann die Stichwahl klar mit 57,3 Prozent vor seinem Mitbewerber Helmut Plenk (CSU). Die Wahlbeteiligung war auch beim zweiten Wahlgang mit 59,3 Prozent gut. (idowa berichtete)
Die Spannung war von Anfang groß im Sitzungssaal des Landratsamtes. So viele Besucher, wie wohl nie zuvor, verfolgten die Wahl auf den Leinwänden. Deutlich in der Mehrzahl waren dabei die Adamanhänger so brandete oft Jubel auf, denn Adam sicherte sich eine Mehrheit in 22 von 24 Gemeinden. Plenk holte lediglich in Bischofsmais (78,5 Prozent) und Kirchberg (56,3 Prozent) eine Stimmenmehrheit. Adam holte in Bodenmais mit 73,9 Prozent sein bestes Ergebnis, stark war er auch inViechtach, hier kam er auf 64,4 Prozent. Aber auch in den beiden anderen Städten Regen (56,6 Prozent) und Zwiesel (61,1 Prozent) lag der SPD-Kandidat deutlich vorn. In den Nachbargemeinden Arnbruck (64,4 Prozent), Drachselsried (65,83 Prozent), Langdorf (60,5 Prozent) und Böbrach (59,1 Prozent) holte Adam ein überdurchschnittliches Ergebnis.
Glücklich und zufrieden nahm Adam die Glückwünsche entgegen. "Es ist nicht nur das beste Ergebnis eines SPD-Kandidaten seit 51 Jahren, sondern ich bin persönlich überwältigt", sagte er. Dabei habe er lange Angst gehabt, dass es doch noch "schief gehen" könnte. Zum Wahlkampf stellte er fest, dass es der CSU gut getan hätte, sich auf Inhalte zu beschränken. So habe der Kandidat Plenk, den er persönlich sehr so schätze, ein schlechteres Ergebnis eingefahren als er verdient habe. Ein Blick ging auch nach Bodenmais, dort wurde in der Nacht nicht nur lange in der Joska-Waldglashütte gefeiert, Adam dachte auch an die Zukunft der Gemeinde. Er werde die Amtsgeschäfte an seinen Stellvertreter Hans Sturm übergeben und in drei Monate werde neu gewählt. Bis dahin werde er Sturm so gut es geht beistehen, meinte Adam.
Enttäuscht zeigte sich Helmut Plenk, er sei aber stolz auf sein Ergebnis. "Beide Lager haben gut gekämpft", stellte er fest. Die schwierige Ausgangslage, die "Altlast Wölfl" sei eine schwere Ausgangslage gewesen, meinte Plenk. "Meine Arbeit im VdK geht weiter", betonte er. Auch Plenk wollte sich mit seinen Mitstreitern treffen und feiern. Denn alle hätten sich engagiert und gekämpft und so wolle man den Wahlkampfabschluss auch gemeinsam begehen.
"Der Wähler hat entschieden", sagte der Bundestagsabgeordnete Ernst Hinsken und dieses Ergebnis gelte es zu respektieren. Seiner Meinung sei Plenk ein geeigneter Kandidat gewesen, doch die Wähler hätten anders entschieden, dies liege sicherlich auch daran, dass die SPD einen Wahlkampf geführt habe, den sich die CSU finanziell nicht leisten hätte können. Einen bayernweiten Trend könne man bei der Wahl sicherlich nicht erkennen. Es sei eine Persönlichkeitswahl gewesen, so Hinsken abschließend.
Der Wahlausschuss des Landkreises tagt am Mittwoch, so dass Adam sein Amt als Landrat am Donnerstag antreten kann.